Ausgabe 9/2017 – Richtig mischen

Inhaltsverzeichnis

Sie suchen das Inhaltsverzeichnis einer älteren Ausgabe von Changement-Magazin? Hier finden Sie eine Übersicht aller früheren Ausgaben.

Editorial

„Unser Ziel ist es, die Welt besser zurückzulassen, als wir sie vorgefunden haben“, sagt Tim Cook, der Kopf von Apple, der mit solchen Worten schöne Bilder erzeugt. Dieses auch bei anderen digitalen Giganten der amerikanischen Westküste derzeit beliebte Statement geht zurück auf Robert Baden-Powell, den Gründer der Pfadfinder: „Jeden Tag eine gute Tat!“ Wobei ein schaler Nachgeschmack bleibt, denn wer legt fest, ob und wie die Welt besser wird und dass die Tat wirklich gut ist? Tim Cook, Larry Page, Jeff Bezos, Elon Musk oder gar Mark Zuckerberg? Wenn das Ziel der Veränderung klar ist, stellt sich als zweite Frage, welche kommunikativen Wege beschritten werden. Spricht man Worte, erklärt den Sinn, erzählt dabei eine Geschichte, also Storytelling? Zeichnet man Bilder, die den Wandel veranschaulichen, eine einprägsame Vorstellung ermöglichen, also Visualisierung? Zeigt man Köpfe, die Gesichter der Veränderung, etwa den obersten Leader, also Personifizierung? Liefert man Zahlen, den faktischen Beweis des künftigen Nutzens, etwa als Business Case, also Quantifizierung? Oder von allem etwas? Die dritte Sonderausgabe von changement! beleuchtet den Kommunikationsmix bei Veränderungsprozessen von allen Seiten. Wort: Die Erzählung hat ihren Weg aus der Literatur in die Ökonomie gefunden. Heute werden narrative Formate im Change Management genutzt, wie das Fallbeispiel eines Triebwerkherstellers zeigt (ab Seite 16). Zudem zwei Werkzeug-Beiträge: Was ist gutes Storytelling (ab Seite 12)? Wie gelingt die einfache Sprache (ab Seite 6)? Bild: Ein Bild sagt mehr als … Sie wissen schon! Dieser Slogan aus der Werbebranche ist bald 100 Jahre alt und längst auch eine Grundregel im Change Management. Wie Bilderwelten bei einem Mergerprozess genutzt wurden, veranschaulicht das Fallbeispiel einer Schweizer Unternehmensgruppe der Sicherheitsindustrie (ab Seite 22). Dazu die bebilderte Rollenbeschreibung des Graphic Recording (ab Seite 20). Kopf: Die Personifizierung von Themen gilt als wichtiger Kommunikationstrend. Warum? Weil in der unübersichtlichen VUCA-Welt die Authentizität der Protagonisten gefragt ist, wie der Beitrag „Leadership for Change“ erklärt (ab Seite 32). Zudem die Schattenseite der „Verkopfung“: Mit der Ad-hominem-Technik wird eine Person angegriffen, um ihrer Sache zu schaden (auf Seite 34). Zahl: Der Business Case wird zum Meisterwerk der rationalen Argumentation hochstilisiert. Seine Tücken zeigt die Fallstudie „Zahlenspiele“ (ab Seite 35). Im Interview mit einem logischen Denker wird außerdem deutlich, dass der vielbeschworene gesunde Menschenverstand gerade in Zeiten des Wandels eine große Selbstdisziplin erfordert (ab Seite 38).


changement
Inhaltsverzeichnis
09
28.12.2017
Wort

Wörter wirken wie Signale
Prof. Dr. Claudia Mast

Setzen Unternehmen Veränderungen um, entscheidet die Kommunikation, wie erfolgreich diese werden. Es kommt auf jedes Wort an. Denn die Menschen sind zunehmend unsicher, ängstlich, misstrauisch oder gar ablehnend. Für sie haben Wörter einen Signalwert. Wie eine einfache Sprache beim Wandel Halt gibt, erklärt die Kommunikationsexpertin Claudia Mast.

6 ‑ 8, CM1265636


„Kein Tabu ist heute noch tabu“
Simone Flesch / Prof. Dr. Stefan Kühl

Kontraste greift kontroverse Debatten auf. Zwar ist im Change Management nichts nur so oder nur anders. Mittelwege bieten meist die besseren Lösungen. Deutliche Positionen helfen aber, die eigene Sicht- und Vorgehensweise zu klären. In dieser Debatte geht es um die Frage, ob es bei Veränderungsprozessen Themen gibt, die ein Tabu bleiben und am besten nicht angerührt werden sollten.

9 ‑ 11, CM1265638


Storytelling im Change Management
Miriam Rupp

Veränderung heißt für viele, dass sie etwas opfern müssen: eine Routine, eine Vision, die Vorstellung vom eigenen Umfeld und vom guten Leben. Damit Menschen etwas aufgeben und Neues versuchen, müssen sie von etwas überzeugt sein. Sie wollen daran glauben, dass sie selbst, andere für sie wichtige Menschen oder die Welt im Allgemeinen durch das kurzfristige Opfer langfristig etwas gewinnen werden. Geschichten fördern diesen Glauben und steigern die Ausdauer und das Engagement bei Veränderungsprozessen. Vier Storys über Geschichten.

12 ‑ 15, CM1265640


MTU Aero Engines: Storytelling und Comics für eine andere Art der Veränderung
Stefan Lange / Dr. Karin Thier

Neue Projektstrukturen und ein Wandel im Führungsstil verlangen von den Mitarbeitern, das eigenen Denken und Handeln zu verändern. Einen solchen Prozess in Gang zu setzen, ist kein leichtes Unterfangen. Meist haben sich Überzeugungen, die Erfolg gebracht haben, über Jahre festgefahren und werden nicht mehr hinterfragt. Wie Abenteuergeschichten die Mitarbeiter beim Umdenken unterstützen, zeigt der Einsatz der Storytelling-Methode beim Triebwerkshersteller MTU Aero Engines.

16 ‑ 19, CM1265643

Bild
Kopf

Aus Erfahrung
Ute Wolf

Bislang hat sich im Change Management noch kein Konzept als ultimativ richtig erwiesen. Veränderungen in Organisationen verlaufen höchst unterschiedlich. Deshalb sind die Erfahrungen, Erlebnisse, Eindrücke der Verantwortlichen auch so verschieden. Uns interessiert die persönliche Perspektive von erfolgreichen Managern. Diesmal stellt sich Ute Wolf unseren fünf Satzeröffnungen.

28 ‑ 29, CM1265651


Mein Chef, der Roboter?
Prof. Dr. Christian Gärtner

Wie weit kann künstliche Intelligenz die Entscheidungen von Führungskräften unterstützen oder sie sogar ersetzen? Die Verheißungen sind ebenso groß wie die Drohungen. Es ist Zeit für eine nüchterne Bestandsaufnahme.

30 ‑ 31, CM1265654


Authentische Führung
Prof. Dr. Jürgen Weibler

„Dies über alles: Sei Dir selbst treu.“ Mit diesem Zitat aus Shakespeares Hamlet ist die Kernidee der Authentizität trefflich umschrieben. Wer authentisch führt, agiert im Einklang mit seinen innersten Werten, Motiven und Emotionen. Im Idealfall folgen authentisch Führende ihren eigenen hohen Maßstäben für Integrität. „Und daraus folgt so wie die Nacht dem Tage, Du kannst nicht falsch sein gegen irgendwen“, schreibt der Dichter weiter. Die Konsequenz der authentischen Führung: Bei den Mitarbeitern verstärkt sie die Bereitschaft, ebenfalls reflektiert dem wahren Ich zu entsprechen. Außerdem sind positive Effekte auf die Organisation nachweisbar.

32 ‑ 33, CM1265657


Ad-hominem-Technik: Die Person angreifen, aber auf ihre Sache zielen
Martin Claßen

Bei Veränderungsprozessen geht es um Zielsetzungen, die von ihren Protagonisten vorgebracht und vertreten werden. Eine mitunter unfaire Abwehrstrategie von Gegnern ist die Ad-hominem-Technik. Mit ihr wird das Gesicht der Veränderung persönlich angegangen und in Misskredit gebracht, um der Transformation zu schaden. Wie wird diese Taktik eingesetzt? Kann man sich gegen sie wappnen?

34, CM1265659

Zahl
Special

Top