Ausgabe 3/2017 – Digitale Transformation

Inhaltsverzeichnis

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Editorial

Jeder hat sein technisches Erweckungserlebnis. Meines liegt mehr als dreißig Jahre zurück, das war während eines Praktikums in der Studienzeit. Damals begegnete mir das Fax. Gibt es das eigentlich noch? Wohl schon, da es nach wie vor in mancher Adresse steht, wenn auch immer seltener. Also das Fax – das war bereits ein bisschen digital und es war klasse! Zuvor ging alles deutlich geruhsamer. Man dachte sich etwas aus, schrieb es auf, tütete es in einen Umschlag, der dann zwei Tage später beim Empfänger ankam. Denn auch die Briefbeförderung lief einst gemächlicher. Der Zwang zur raschen Antwort war ebenfalls gering. Ein Empfänger ließ das Schreiben ein paar Tage liegen, nahm sich Zeit für seine Antwort, schrieb sie auf. Dann ab damit in Kuvert, das 48 Stunden später eintraf. Flinker ging das mit dem Fax: Problem – Vorschlag – Versand – Antwort – Empfang. Alles geschah binnen Stunden. Heute, mit E-Mail und ihren Nachfolgern, ist selbst das lahm. Mittlerweile hält die Digitalisierung ganz andere Überraschungen bereit: besser, schneller, günstiger. Die Kunden lieben es, wenn sie damit zurechtkommen, also zu den digital natives gehören und keine digital naives bleiben. Das erste Sonderheft von changement! dreht sich um diese elementare Entwicklung der Gegenwart: Digitalisierung. Sie bestimmt derzeit und gewiss noch für viele Jahre die Veränderungsprozesse in Unternehmen. Es gibt aber nicht „die“ Digitalisierung, sondern viele spezifische und situative Digitalisierungen. Erst diese Fülle an Veränderungsprozessen macht die Digitalisierung zum Megatrend. Deswegen zeigt dieses Sonderheft vier konkrete Geschichten: Wie der Automatisierungsspezialist Festo eine der modernsten „Industrie 4.0“-Fabriken hochfährt (ab Seite 31). Wie der Versandhändler Otto mit seiner TechLounge die Digitability seiner Führungskräfte und Mitarbeiter fördert (ab Seite 38). Wie der Technologiekonzern Heraeus eine „IT driven business transformation“ gestaltet (ab Seite 27). Und wie das Erlebnisresort Europapark Rust seine Angebote durch digitales Entertainment erweitert (ab Seite 35). Neben diesen Digital-Geschichten zeigen wir den aktuellen Stand im Change Management im digitalen Zeitalter: mit einem Überblick über die Handlungsfelder der digitalen Transformation (ab Seite 13), mit der Bestandsaufnahme zu Status quo und Zukunft digitaler Industrieproduktion (ab Seite 10), mit zwei konträren Meinungen zur digitalen Wettbewerbsfähigkeit in Deutschland (ab Seite 23), mit kompakten Übersichten zur digitalen Kommunikation (ab Seite 4), zum digitalen Lernen (ab Seite 8) und zum Digital Leadership (ab Seite 16) sowie mit der Charakterisierung einer neuen Rolle, dem Chief Digital Officer (ab Seite 44).


changement
Inhaltsverzeichnis
03
28.4.2017
New work

Digitale Kommunikation bei Veränderungsprozessen
Prof. Sonja A. Sackmann

Unternehmen sind regelmäßig mit Veränderungen konfrontiert und wirksame Kommunikation ist ein wichtiger Erfolgsfaktor bei solchen Prozessen. Doch wie sieht Kommunikation im Zeitalter der Digitalisierung aus? Professor Sonja A. Sackmann gibt einen Überblick über mögliche Endgeräte, soziale Medien mit ihren Technologien und Anwendungen sowie deren Nutzung in den verschiedenen Phasen eines Veränderungsprozesses. Ihr Beitrag schließt mit Empfehlungen zum Einsatz digitaler Medien im Change Management.

4 ‑ 6, CM1267184


Digitales Lernen
Dr. Christoph Meier

Eines der spannendsten Anwendungsfelder der digitalen Transformation liegt im Bereich des Lernens. Aus- und Weiterbildung, Personalentwicklung und Bildungsmanagement haben bereits in den 1970er-Jahren die damaligen Technologien aufgegriffen. Wir haben den Lernexperten Christoph Meier gebeten, sich auf der Leitveranstaltung für digitales Lernen umzusehen und dabei die Change-Management-Brille aufzusetzen.

8 ‑ 9, CM1267186


Industrie 4.0 – Einblicke und Ausblicke
Prof. Dr. Gisela Lanza

Der deutsche Begriff „Industrie 4.0“ ist international zum Marketingslogan geworden. Nun schaut die Produktionswelt, welche konkreten Verbesserungen die hiesige Theorie und Praxis bieten. Denn digitale Innovationen verbessern die Fertigung von Produkten. Im Gespräch mit der Produktionsexpertin Gisela Lanza erkundet Chefredakteur Martin Claßen das Potenzial von Industrie 4.0 für den Kernbereich der deutschen Wirtschaft.

10 ‑ 12, CM1267188


Digitale Transformation: Was schon passiert und was noch zu tun ist
Prof. Dr. Christian Gärtner

Klar ist: durch die Digitalisierung ändern sich nicht nur Strategiekonzepte und Geschäftsmodelle, sondern auch Prozesse, Systeme und Strukturen in Organisationen – und damit die Arbeit an sich. Weniger klar ist, was Digitale Transformation genau meint. Im Artikel werden vier Thesen formuliert und mit Beispielen illustriert. Daraus lassen sich sechs Handlungsfelder für das Management der digitalen Transformation ableiten.

13 ‑ 15, CM1267192

Leadership
Digitale erfahrungen

Heraeus: Kurs halten beim Systemwechsel
Martin Ackermann

Die Reaktion im Unternehmen war eher zurückhaltend, als Heraeus ein Projekt zur weltweiten Harmonisierung seiner Geschäftsprozesse auf Basis eines SAP-Systems bekannt gab. Zweifel wurden laut, ob solch ein umfassendes Vorhaben denn gelingen kann, nachdem einige namhafte Unternehmen bereits gescheitert waren und um etliche Millionen Euro erleichtert wurden. Bei Heraeus haben sich die Investitionen und das Durchhaltevermögen aber gelohnt. Der Projektleiter erzählt von seinem langen Marsch seit 2011 und zeigt auf, wie solche Großprojekte erfolgreich bewältigt werden.

27 ‑ 30, CM1267202


Festo: Onboarding des Kollegen Roboter
Simon Brugger / Martin Kimmich

Mit der Technologiefabrik Scharnhausen besitzt Festo einen der wichtigsten Impulsgeber für Industrie 4.0 am Standort Deutschland. Was aber bedeutet dies für die dort beschäftigten Mitarbeiter? Wie werden Werker auf die neue Welt vorbereitet und später dann im Alltagsbetrieb eingesetzt? Die Autoren schildern ihre Erfahrungen vor der Eröffnung im Herbst 2015 und in den anderthalb Jahren digitaler Produktion.

31 ‑ 34, CM1267205


Europa-Park: Die Digitale Zukunft des Freizeitparks
Michael Mack

Achterbahnen und Adrenalin, Shows und Spektakel – der Europa-Park als größter Freizeitpark Deutschlands begeistert seine Besucher. Neben dem stationären Unterhaltungsangebot sind es die beständig wachsenden Möglichkeiten im digitalen Entertainment, die das Familienunternehmen umtreiben. Deren Umsetzung birgt im Tagesbetrieb einige Herausforderungen. Wie es gelingt, diese Hürden zu meistern und die Komfortzone im erfolgreichen Kerngeschäft zu verlassen, zeigt der persönlich geprägte Bericht des Geschäftsführers Michael Mack.

35 ‑ 37, CM1267208


Otto Group: Lust auf Digitales
Dr. Elke Timm

Die digitale Kompetenz der Belegschaft ist ein zentraler Erfolgsfaktor für die Digitalisierung von Organisationen. Nicht allen Führungskräften und Mitarbeitern wurde die Digitability in die Wiege gelegt. Anders als die „Generation Smartphone“ tun sich viele ältere Semester mit neuen Anwendungen eher schwer. Wie das Interesse an und die Kompetenz für das Digital Age verbessert werden können, zeigt die TechLounge der Otto Group.

38 ‑ 41, CM1267210

Insights
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