Ausgabe 09/2019 – Sinn,los!

Inhaltsverzeichnis

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Editorial

Beim diesjährigen Change Congress in der wunderbaren Station Berlin gab es einige Sessions, die sich um das Thema Selbstorganisation drehten. „Agilität braucht Selbstorganisation“ oder „Mit Performance Coaching und Selbstorganisation zu neuen Höchstleistungen“ waren beispielhafte Titel und ein Indiz dafür, wohin die Reise in der Wirtschafts- und Arbeitswelt geht. Das selbstorganisierte Arbeiten gilt gerade in Unternehmen, die sich in dynamischen Umwelten bewegen, als eine sehr vielversprechende Verheißung. Im Gegensatz zu den pyramidalen, hierarchischen Strukturen verspricht das Prinzip der Selbstorganisation schnellere Entscheidungen, mehr Innovationen, größere Marktnähe und Zufriedenheit bei den Mitarbeitenden. Das heißt nicht, dass sich nun jedes Unternehmen in ein Netzwerk aus hierarchielosen Teams verwandelt, aber das Bewusstsein für die Vorteile der Selbstorganisation gegenüber der einst allmächtigen Führungskraft sind in der Wirtschaft angekommen. Und in manchen Organisationen haben – zumindest in Teilbereichen – selbstorganisierte Teams schon Einzug gehalten. Doch einfach per Knopfdruck auf Selbstorganisation umzustellen geht nicht. Da gibt es häufig zum Beispiel das Problem, dass viele Mitarbeitende es gar nicht gewohnt sind, wirklich eigenverantwortlich zu denken und zu handeln – als selbstbewusste, mündige Menschen. Sie müssen erst einmal lernen, mit Freiheit umzugehen. In nicht wenigen Unternehmen wurden sie schlicht bisher anders sozialisiert. Genaue Regeln, Richtlinien und Prozesse, eine engmaschig kontrollierende Führungskraft sowie ein Anreizsystem, das sie – wie Reinhard Sprenger das nennt – als Reiz-Reaktions-Maschinen adressiert, haben vielen Menschen das verantwortliche Handeln einfach ausgetrieben. Nun soll auf einmal alles anders sein? Ja! Und plötzlich schauen wir auch ganz anders auf das Thema Motivation. Während man sich früher in klassischen Konzernen noch den Kopf darüber zerbrach, wie man mit raffinierten Ziel-, Anreiz- und Beurteilungssystemen das Letzte aus den Menschen herausholt, hat sich die Diskussion rund um die Motivation gedreht. Immer mehr Entscheidungsträger verstehen, dass Menschen vor allem dann motiviert sind und Lust haben zu arbeiten, wenn sie einen Sinn sehen in dem, was sie tun, und wenn sie die Möglichkeit bekommen, zu gestalten, sich mit ihren Stärken einzubringen und ihr Potenzial zu nutzen. Unternehmensentscheider und HR-Verantwortliche sollten zumindest ein Mal ihre Ziel- und Beurteilungssysteme auf den Prüfstand stellen und sich die Zeit gönnen, sich mit dem eigenen Menschenbild auseinanderzusetzen. Allein dadurch entstehen interessante Fragen – und vielleicht auch Antworten –, die ein neues Licht auf das Thema Motivation werfen. Jan C. Weilbacher


changement

Inhaltsverzeichnis
09
28.12.2019
Aufgespießt
Potenzial

Quellen der Inspiration: Yasmin Kurzhals
Yasmin Kurzhals

Wir fragen Menschen nach ihren Quellen der Inspiration und bitten sie, fünf davon mit uns zu teilen. Yasmin Kurzhals kann bei einem sehr besonderen Hobby wunderbar abschalten. Denkanstöße erhält sie durch das Lesen von Magazinen und Büchern sowie das Hören von Podcasts.

5, CM1322390


Authentisch leben und Gestaltungsräume nutzen
Jana Jeske

Heutzutage streben immer mehr Menschen danach, ihr Potenzial voll zu nutzen, denn dies beeinflusst insbesondere die Zufriedenheit und Motivation im Job maßgeblich. Doch was braucht es, um sein Potenzial zu entfalten? Wie kommt man zur nötigen Klarheit? Antworten kann eine persönlichkeitsorientierte Karriereentwicklung liefern. Jana Jeske hat hierfür das Coaching-Tool „Vier Flügel der Potenzialentfaltung“ entwickelt.

6 ‑ 10, CM1322392


Meine Firma und ich
Axel Kersten

Erleben Menschen eine Tätigkeit als sinnstiftend, ist die intrinsische Motivation in der Regel besonders hoch. Neuerdings sprechen aber auch Firmenlenker zunehmend vom Unternehmens-Purpose. Sind das zwei Seiten derselben Medaille – oder geht das gar nicht zusammen?

11 ‑ 12, CM1322395


Elf Felder zur gelebten Innovationskultur
Bianca Prommer

Um heute im Wettbewerb bestehen zu können, haben immer mehr Unternehmen das Ziel, ihre Innovationskraft zu stärken. Ein neues Leitbild allein reicht aber dafür nicht; vielmehr braucht es eine Kultur, die Innovationen ermöglicht. Das Innovation Culture Canvas ist ein Gestaltungsrahmen, der Organisationen dabei unterstützt, ihr Ziel zu erreichen.

13 ‑ 15, CM1322397

Leistung

Quo vadis, Bonus?
Birgit Horak

Individuelle Ziele, die mit einer variablen Vergütung verknüpft sind, galten lange als unumstrittenes Steuerungs- und Motivierungsinstrument. Doch seit der Bankenkrise sind solche Boni in Verruf geraten. Warum eigentlich? Und vor allem: Wie geht es nun weiter? Birgit Horak hat diesbezüglich eine klare Position.

16 ‑ 17, CM1322400


Provisionssysteme auf dem Prüfstand
Dr. Friedrich A. Fratschner

Fehlanreize, keine Verhaltenssteuerung, zu eindimensional: Viele Unternehmen hadern mit den Provisionssystemen ihres Vertriebs. Diese scheinen immer weniger in eine komplexer werdende Wirtschaftswelt zu passen, in der die Ansprüche an die Vertriebler stetig steigen. Der Anpassungsbedarf ist groß, doch die Systemvielfalt und die oft fehlende Veränderungsbereitschaft machen das Thema extrem schwierig.

18 ‑ 22, CM1322402


Das Leben nach der Zielvereinbarungskeule
Boris Billing

Vor drei Jahren hat sich die Zürcher Kantonalbank in einer ungewöhnlich radikalen Art und Weise auf einen neuen Weg gemacht. Das klassische Management by Objectives sowie die jährlichen Leistungsbewertungen wurden abgeschafft und durch eine neue, auf die Zukunft gerichtete Führungsidee ersetzt. Nach zweieinhalb Jahren Erfahrung will die Bank nicht mehr zurück.

23 ‑ 27, CM1322404


Motivation durch Dialog
Dr. Thomas Marquardt

Schon vor einigen Jahren hat sich Infineon als eines der ersten großen Unternehmen von der Verknüpfung der variablen Vergütung mit der individuellen Zielerreichung verabschiedet. Im Interview spricht Personalchef Thomas Marquardt über die Beweggründe, die Erfolgsfaktoren für diesen Change und was Führung zukünftig leisten muss.

28 ‑ 31, CM1322408

Veränderung

„Positive Zukunftsträume ermöglichen Veränderung“
Gabriele Oettingen

Wie gelingt es uns, Sachen, die wir uns vornehmen, trotz Hindernissen wirklich zu erreichen? Die Psychologieprofessorin Gabriele Oettingen hat hierfür die WOOP-Methode entwickelt. Sie soll Menschen helfen, ihre Wünsche umzusetzen.

32 ‑ 34, CM1322411


Befragungsformen für eine dynamische Feedback-Landschaft
Anni-Renée Sohège / Dr. Andreas Marschner

Bei der Techniker Krankenkasse wurde Feedback früher vor allem durch umfangreiche Mitarbeiterbefragungen sichergestellt. Teilnahme und Auswertung waren lang und zeitintensiv. Mittlerweile sind neue Formate eingeführt und die Zyklen wesentlich kürzer. Damit ist nun zeitnahes, aber auch transparentes Feedback möglich – mit positivem Einfluss auf die Unternehmenskultur.

36 ‑ 39, CM1322414


Das Story-Universum gemeinsam entwerfen
Pia Kleine Wieskamp

Wirtschaft und Gesellschaft befinden sich in einem Zeitalter der schnellen und ineinandergreifenden Veränderungen. Dieser Umstand benötigt nicht nur neue Prozesse, Methoden und Modelle, sondern vielmehr einen umfassenden Wandel der Einstellung zu Veränderungen, der auch das Storytelling rund um die Change Story neu definiert.

40 ‑ 43, CM1322418


Aus Erfahrung
Dr. Sigrid Evelyn Nikutta

Bislang hat sich im Change Management noch kein Konzept als ultimativ richtig erwiesen. Veränderungen in Organisationen verlaufen höchst unterschiedlich. Deshalb sind die Erfahrungen, Erlebnisse und Eindrücke der Verantwortlichen auch so verschieden. Uns interessiert die persönliche Perspektive von erfolgreichen Managern und Managerinnen. Diesmal stellt sich Sigrid Evelyn Nikutta unseren fünf Satzeröffnungen.

44 ‑ 45, CM1322421

Verantwortung
Change maker

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