Das aktuelle Heft

c! 3/18 – Psychologie des Wandels

Die psychologische Dimension gilt als Schlüssel für den Erfolg von Veränderungen. Eine Ausgabe über die Rolle der Psychologie im Change Management.

Heute bezweifelt niemand mehr, dass den weichen Faktoren bei der Gestaltung des Wandels eine wesentliche Rolle zukommt. Bei mancher Business Transformation muss man sich fast schon um die ökonomische Dimension sorgen, die mit Blick auf die psychologische Schlagseite vieler Ansätze im Change Management unter Artenschutz gestellt werden sollte.

In dieser Sonderausgabe haben wir daher die Psychologie des Wandels mit solchen Beiträgen beleuchtet, die auf das Menschliche der Betroffenen eingehen, die aber immer auch den Sinn und den Zweck der Veränderung, der in der Organisation zu finden ist, nicht außer Acht lassen.

So meint Martin Kersting, einer der führenden deutschen Diagnostiker, es gehe bei der Betrachtung von Führungskräften, etwa hinsichtlich ihrer Veränderungsfähigkeit, darum, das Individuum so mit der Organisation zu verbinden, dass beide sich optimal entwickeln. Thomas Belker, Vorstand im drittgrößten deutschen Versicherungskonzern, zeigt in einer Fallstudie, wie die Top-Executives mittels Sprachdiagnostik „vermessen“ werden; das Verfahren ist nicht unumstritten, seine Ergebnisse stützen aber die Gestaltung des Wandels. Für Ralf Stegmaier zielt Change Management immer auf die Unterstützung von Verhaltensänderungen ab; er zeigt auf Basis der Theorie des geplanten Verhaltens, mit welchen Maßnahmen dies konkret möglich wird. Der sperrige Begriff Ambiguitätstoleranz beschreibt die Fähigkeit, mehrdeutige und widersprüchliche Situationen zu ertragen und nicht daran zu zerbrechen; zwei Arbeitswissenschaftlerinnen von der TU Darmstadt schildern, wie dies gelingen kann.

Viel Spaß beim Lesen!


changement

Toolkit

Techniken der Verhaltensänderung
Prof. Dr. Ralf Stegmaier
Veränderungsprozesse erfordern stets, dass Menschen in einer Organisation ihr gewohntes Verhalten ändern. Wie sich Change-Verantwortliche wissenschaftliche Erkenntnisse zur Verhaltensänderung zunutze machen können.

Psychologische Diagnostik
Prof. Dr. Martin Kersting
Mithilfe von psychologischer Diagnostik können Mitarbeiter optimal in das Unternehmensumfeld eingebunden werden. Im Interview erklärt Prof. Dr. Martin Kersting, einer der führenden deutschen Diagnostiker, was Diagnostik leisten kann, welche Trends es gibt und worauf zu achten ist.

Lebenspartner: Tankstelle oder Baustelle
Dr. Wolfgang Looss
Change-Projekte sind anstrengend – und Spillover-Effekte führen dazu, dass diese auch für den Lebenspartner oder die Familie zur Belastung werden können. Wie man typische Muster dafür erkennt und was dagegen getan werden kann.

Ambiguitätstoleranz: Veränderungen in einer widersprüchlichen Welt
Pia Bettenbühl / Dr. Christina König
Die Digitalisierung stellt Mitarbeiter zunehmend vor unsichere und komplexe Situationen. Mithilfe von Ambiguitätstolereranz können Mitarbeiter in solchen Situationen gestärkt werden. Über das Konzept und wie man es in Organisationen fördern kann.

 

Insights

Aus Erfahrung
Tina Müller
Tina Müller, CEO von Douglas, stellt sich fünf Fragen zu ihren Erfahrungen im Change Management. Ihr persönlicher Tipp an Verantwortliche lautet: auf die Zusammensetzung eines durchsetzungsstarken Teams kommt es an.

Talanx: Organisationsentwicklung auf Basis künstlicher Intelligenz
Thomas Belker
Führungskräfte durch künstliche Intelligenz screenen? Talanx hat das Experiment gewagt und die Resultate überzeugten. Ein konkreter Einblick in den Einsatz künstlicher Intelligenz bei der psychologischen Diagnostik.

Kontraste: „Nur mit positivem Denken gelingen Veränderungsprozesse“
Nicola Dreesbach / Prof. Dr. Wilhelm Schmid
Sollte man Veränderungen stets positiv angehen, oder ist negatives Denken manchmal sogar förderlich? Zwei Experten und ihre ganz unterschiedlichen Ansichten zu dieser Frage.

Neuroscience: Dem Denken und Fühlen auf der Spur
Prof. Dr. Stefan Rotter
Was kann Neurowissenschaft leisten, wo sind die Grenzen und was sind etwaige Einsatzfelder im Change Management? Ein Interview mit Stefan Rotter, einem der führenden deutschen Neurowissenschaftler.

 

Leadership

Fallstudie: Grenzen persönlicher Nähe
Dr. Silke Wechsung / Marina Wiesend
Über Jahre hat die Geschäftsführerin eines Familienunternehmens keinerlei persönliche Beziehung zu ihrem besten Mitarbeiter aufgebaut, was sich nun zu rächen droht. Zwei Change Professionals und ihre Einschätzung zu diesem Fall.

Leadership for Change
Prof. Dr. Jürgen Weibler
Führungskräfte als Diener der Mitarbeiter? Genau diese Rolle von Führung stellt der Ansatz des Servant Leadership in den Vordergrund. Über Kernidee, Erfolgsgrößen und Relevanz dieses Führungskonzepts.

Partizipative Veränderungsprozesse: gut für die Organisation, aber nicht für die Mitarbeiter?
Prof. Dr. Andreas Wihler
Viele Organisationen wünschen sich, dass ihre Mitarbeiter selbstständig Veränderungsprozesse anstoßen, anstatt dass diese nur top-down stattfinden. Doch wie können Führungskräfte dafür sorgen, dass das auch aus Sicht der Mitarbeiter sinnvoll ist?

 

Skills

Vorsicht Veränderungskollaps: Wenn es zu viel wird mit dem Change
Prof. Dr. Axel Koch
Immer mehr Veränderungen in immer kürzerer Zeit sind für Mitarbeiter eine psychische und körperliche Belastung. Das Modell der Veränderungsbalance hilft Verantwortlichen, Mitarbeiter nicht zu überlasten.

Glaubwürdigkeit
Siegfrid Graunke
Wer über sechzig Jahre ein- und dasselbe Unternehmen beim Aufstieg zum global tätigen DAX-Konzern begleitet hat und dabei als Manager und Mensch glaubwürdig geblieben ist, muss es wissen: Wie gelingt das mit der Glaubwürdigkeit?

Innere Genugtuung
Dr. Michael Groß
Das Gefühl von Genugtuung ist erfüllend, gibt Kraft und ist auch für Change Management bedeutsam. Allerdings kann Genugtuung auch überheblich und erfolgsarrogant machen, was also tun?

Science for Work
Prof. Dr. Christian Gärtner
Wissenschaftliche Arbeiten werden unter die Lupe genommen und mit Blick auf die Unternehmenspraxis vorgestellt. In dieser Ausgabe geht es um die sich wandelnden psychologischen Reaktionen auf eine Transformation.

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