Thought Leader: Vordenker statt Vorgesetzte


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Alle reden von Innovation und Transformation. Doch Rang- und Statusdenke verhindern, dass Menschen mit Wissen und Ideen in Unternehmen gehört werden und in Führung gehen können. „Thought Leadership“ ändert das. Was das ist und wie es funktioniert, lässt sich auf Märkten und in sozialen Medien studieren. Unternehmen sollten davon lernen.

Kennen Sie Simon Sinek (Start with Why), Rand Fishkin (Search Engine Optimi-zation), Joe Pulizzi (Content Marketing), Jurgen Appelo (Agility), Niels Pfläging (Beta Codex Organisation), Anne M. Schüller (Touchpoint Management)? Falls nein, ist das Themengebiet dieser Personen offensichtlich nicht besonders relevant für Sie. Denn diese Menschen sind eine Autorität auf ihrem Gebiet, ohne dass eine Universität, eine Berufsvereinigung oder eine sonstige Institution sie dazu gemacht hätte.

Sie alle haben früh ein innovatives Thema besetzt, fleißig dazu publiziert, ihre Ideen auf die Bühne gebracht und zahlreiche Anhänger damit gewonnen. Die neuen Möglichkeiten, zu publizieren und sich zu vernetzen, haben ihnen dabei geholfen. Hier zeigt sich die Macht eines Trends, der Kommunikatoren, Marketer und Medienmacher in Atem hält: Menschen nutzen (neue) Medien, werden dadurch selbst zur Marke (Personal Brand) und gewinnen an Einfluss (Influence).

Die Glaubwürdigkeit Einzelner zählt

Ihr Erfolg geht nicht nur auf neue technologische Möglichkeiten zurück, sondern auch auf ihre Glaubwürdigkeit. Denn Meinungsumfragen wie das Edelman Trust Barometer zeigen immer wieder: Institutionen und Funktionsträgern wird heute zunehmend weniger Vertrauen und Aufmerksamkeit geschenkt als Menschen, die persönlich erlebbar sind, authentisch wirken und für ihr Thema einstehen.

Diese Menschen bestimmen Fachdebatten und nutzen häufig ihre Reputation, ihr Wissen und ihre Ideen dazu, sich eine Existenz aufzubauen. Sie beraten, halten Vorträge, leiten Seminare, vertreiben Bücher, veranstalten Kongresse und entwickeln Produkte. Wissen und Unternehmertum liegen bei ihnen eng beieinander. Sie haben, um es in der Sprache des Marketings auszudrücken, ihre „Value Proposition“ ausgebaut und monetarisiert.

Wir möchten diese Menschen als Vordenker (deutsch für „Thought Leader“) oder Autoritäten bezeichnen – was sie selbst, wenn sie klug sind, nie täten. Denn Vordenker oder Autorität, wie wir das verstehen, ist man nicht, man wird von anderen dazu erklärt. Menschen wie sie leben vor, wie man in Zeiten von Social Media, Ted Talks und Konferenztourismus Themen besetzt, Initiativen ergreift, in Führung geht und dabei Menschen für sich und sein Thema einnimmt.

Menschen wie die eingangs genannten sind für Unternehmen sehr wertvoll, doch Menschen wie sie haben immer weniger Lust auf Unternehmen. Deshalb sollten sich Unternehmen mit Thought Leadern und dem, was Thought Leadership ausmacht, beschäftigen.

Wie wird man zum Thought Leader?
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Zum Autor

Randolf Jessl und Andreas Scheuermann sind Inhaber und Gründer der auf Leadership Communications und Authority Marketing spezialisierten Beratungsagentur Auctority.