Der changement!-Beirat

Damit changement! aktuelle Themen und Blickwinkel verschiedenster Branchen im Wandel für euch beleuchten kann, unterstützen unser Beirat Karl-Heinz Reitz sowie unsere Beirätinnen Felicitas von Kyaw und Sirka Laudon das Magazin und die Redaktion, um unsere Perspektive auf den Change-Alltag in Unternehmen zu erweitern.

Um euch einen Einblick in den Veränderungsalltag der Beiratsmitglieder und ihre Gedanken zu den aktuellen Entwicklungen im Change Management zu geben, haben wir ihnen 3 1/2 Fragen gestellt. Wir wünschen eine gute Lektüre!

Sirka Laudon

Beirätin/ Vorständin People Experience, AXA Konzern AG

Welche Veränderung beschäftigt Dich in deiner Organisation zurzeit vor allem?
Im Moment suchen alle Organisationen wohl nach dem besten Verhältnis von Präsenz im Office und mobilem Arbeiten. Dabei geht es um Erwartungen der Mitarbeitenden, technische Hürden und ein neues Führungsverständnis. Darüber hinaus beschäftigen uns neue Organisationsformen und die Frage, wie agil skaliert man in einer Versicherung arbeiten kann. Also nicht nur „bunte Post-its und lustige neue Begriffe für Meetings…“, sondern neue Strukturen, geteilte Führung und agile Prozesse in einem größeren Teil der Organisation.

Welche Trends und Entwicklungen siehst Du derzeit allgemein in Bezug auf Organisationsentwicklung, Transformation und Change Management?
Für meinen Geschmack gibt es noch zu viele Hypes um irgendwelche Themen und Buzzwords, auf die dann alle gleich aufspringen. Mir fehlen dabei manchmal die kritische Auseinandersetzung, vielfältigere Perspektiven und auch der Schulterschluss mit wissenschaftlichen Studien und Positionen. Die „Change Management-Community“ kommt mir dann wie eine große „Blase“ vor, in die nur wenig von „außen“ eindringt. Hier täten mehr Öffnung, Diversität und eine Business-Haltung, die stärker Outcomeorientierung lebt, gut.

Welche Rolle möchtest Du als Beiratsmitglied von changement spielen?
Themen hinterfragen, vielfältigere Perspektiven anregen, interessanten Positionen und Menschen eine Plattform bieten, Trendthemen früh aufspüren und auf ihre Relevanz für Organisationen prüfen.

Ist der Begriff „Change Management“ deiner Meinung nach mittlerweile veraltet oder hat er immer noch seine Berechtigung?
Aktueller denn je. Gespickt aber mit der Erkenntnis: Change ist der neue „Status Quo“.

Hier findet ihr den Beitrag „9 1/2 Learnings aus vier Branchen“ von Sirka Laudon.

Felicitas von Kyaw

Beirätin / Arbeitsdirektorin & Geschäftsführerin Personal, Coca-Cola European Partners Deutschland

Welche Veränderung beschäftigt Dich in deiner Organisation zurzeit vor allem?
Eine digitale Talent Plattform. Darüber hinaus die Gestaltung unserer neuen hybriden Arbeitswelt.

Welche Trends und Entwicklungen siehst Du derzeit allgemein in Bezug auf Organisationsentwicklung, Transformation und Change Management? Change changes“, Change Management ebenso. Heute sprechen wir von Roll-in statt Roll-out, Pull statt Push, Experimentieren statt Planen, Wollen statt Müssen. Das sind wichtige Elemente, um nachhaltig Wirkung zu entfalten und Verhaltensweisen zu verändern, zumindest wenn es sich nicht um „harte“ Einschnitte wie Restrukturierungen handelt.

Co-Creation und Collaboration sind die Schlüsselwörter. Im Vordergrund steht, Mitarbeitende zum Mitmachen zu ermutigen, Teil der Bewegung zu werden unter anderem über:

  • Pilotprojekte – iterativ vorgehen, testen und in Teilbereichen pilotieren, Erfolgserlebnisse und schnell Ergebnisse schaffen.
  • Coalition of the willing„ – Fokus auf die Befürworter legen, Follower kreieren, Mehrheiten schaffen.

Dazu ist eine entsprechende Fehlerkultur wichtig („making failure happen in a safe environment helps to prepare for the unexpected„). Neue Rituale, Artefakte und Storytelling helfen dabei, den Change in der Organisation zu verankern.

Welche Rolle möchtest Du als Beiratsmitglied von changement spielen?
Als Beirat beraten wir zur inhaltlichen Agenda und Themensetzung; zudem vermitteln wir Kontakte zu Autoren aus der Praxis. Ich bin mit der Entstehung dieser Fachpublikation dabei und freue mich auf die Fortsetzung der Zusammenarbeit.

Ist der Begriff „Change Management“ deiner Meinung nach mittlerweile veraltet oder hat er immer noch seine Berechtigung?
Change ist heutzutage kein Ausnahmezustand, sich dauerhaft auf Veränderungen einzustellen ist das Gebot der Stunde. Wir leben in einer schnelllebigen, wechselhaften Welt in der sich Dinge schnell ändern.

Veränderungsfähigkeit von Organisationen und Menschen ist das Stichwort unserer heutigen Zeit. Sie ist zwingende Voraussetzung für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und damit ein entscheidender Erfolgsfaktor. Veränderungsfähige Organisationen haben ein iteratives & inkrementelles Change Verständnis und adressieren Veränderungen aktiv.
Die Zeiten des top down „managen“ sind vorbei. Wir brauchen heute mehr denn je die Perspektiven, Erfahrungen und Energie für Veränderung aller Beteiligten.

Change bedeutet für mich… die Veränderungsfähigkeit von Organisationen und Menschen zu fördern, denn in Zeiten kontinuierlichen Wandels werden agile Strukturen und adaptive Verhaltensmuster zu entscheidenden Erfolgsparametern im Business.

Hier findet ihr den Beitrag „Wer CX sagt, muss auch EX sagen“ von Felicitas von Kyaw sowie Ihre Erfahrungen im Interview.

Karl-Heinz Reitz

Beirat / General Director & Head of Human Ressources bei Computacenter

Welche Veränderung beschäftigt Dich in deiner Organisation zurzeit vor allem?
Nach der Pandemie mit hybridem Arbeiten das „New Normal“ zu finden. Ich glaube, dass uns dieses Thema noch eine Weile beschäftigen wird. Insbesondere, da die Antworten im Business-Kontext je nach Organisation und sogar Bereich unterschiedlich ausfallen werden. Es wird eine veränderte und individuellere Form von Führung notwendig sein. Diese Transformation und die reduzierte Präsenz im Office werden einen erheblichen Einfluss auf die Unternehmenskultur haben.

Welche Trends und Entwicklungen siehst Du derzeit allgemein in Bezug auf Organisationsentwicklung, Transformation und Change Management?
Wenig Neues ehrlich gesagt. Transformationen im Business sind alltäglich geworden. Das heißt aber keinesfalls, dass dies zwingend ein gutes Change Management zur Folge hat. Nach wie vor scheitern 50 bis 70 Prozent aller Initiativen. Die Anwendung agiler Methoden und die Unterstützung digitaler Tools muss noch stärker in den Alltag der verantwortlichen Projektmanager Einzug nehmen.

Welche Rolle möchtest Du als Beiratsmitglied von changement spielen?
Ich möchte mit meinem Namen für Qualität und Praxisnähe stehen. Der Nutzen von „changement“ soll in der Anwendbarkeit der Beispiele für businessverantwortliche Leser begründet sein.

Ist der Begriff „Change Management“ deiner Meinung nach mittlerweile veraltet oder hat er immer noch seine Berechtigung?
Was wäre eine sinnvolle Alternative? Solange die Erfolgsquote von Veränderungsprojekten so gering ist, scheint es eine Berechtigung für professionelles Change Management zu geben. Auch wenn es sich bei dem Begriff um hervorragendes Denglisch handelt, er beschreibt treffend, worum es geht.

Karl-Heinz Reitz im Format Change Maker über die Furcht vor Veränderungen, die Chancen durch New Work und die Zukunft des Büros als Ort der Begegnung.