Kategorien

Wegweiser: Die DNA des Innovators


©fotolia/tang90246

Monat für Monat sind im Change Management neue Schlagworte zu hören und zu lesen. Aber nur wenige dieser Buzzwords stehen für innovative und wirkmächtige Konzepte zur Gestaltung des Wandels. Diese wegweisenden Konzepte stellen wir Ihnen anhand grundlegender Kernfragen vor: Worum geht es? Welche Erfolgsfaktoren gibt es? Und was taugt das Konzept? Dieses Mal steht „The Innovator’s DNA“ von Hal Gregersen im Vordergrund.


Hal Gregersen ist Exekutivdirektor des MIT Leadership Center und leitender Dozent der MIT Sloan School of Management. Im jüngsten Thinkers50-Ranking hat er den Spezialpreis „Leadership Award“ erhalten. Gregersen gilt als Guru für die Themen Innovation und Führung. In seiner Forschung befasst er sich mit der Frage, wie Führungskräfte und Organisationen neue Ideen entdecken, verwirklichen und in Geschäft verwandeln. Ein zentrales Thema seiner Arbeit ist es, provokative Fragen zu stellen, die den Status quo infrage stellen und zu kreativen und besseren Lösungen führen. Gregersen gilt als Vielschreiber, er hat zehn Bücher verfasst oder mitverfasst, mehr als 50 Fachbeiträge veröffentlicht und sich so globale Medienpräsenz erarbeitet. Für seine bahnbrechenden Arbeiten ist er vielfach ausgezeichnet worden. Das vorgestellte Buch hat er gemeinsam mit Jeff Dyer und Clayton M. Christensen verfasst.

Worum es geht: Kernaussagen kompakt

Die Fähigkeit, Gewohntes disruptiv zu verändern, gilt Ökonomen und Managern im Westen als ein rares Talent. Als Veranlagung, die es im besten Fall zu identifizieren gilt, und nicht als Fähigkeit, die sich trainieren und kultivieren ließe. Gregersen widerspricht dieser Denkfigur. Sein Credo: Kreativität ist eine Qualität des Verhaltens, keine Qualität der Gene. Nach seinen Analysen lassen sich rund 30 Prozent der kreativen Lösungsfähigkeit aus der Veranlagung ableiten, bei der Intelligenz hingegen determiniert die Veranlagung mehr als 80 Prozent des IQ. Gregersens Schlussfolgerung: Innovativ sein kann man lernen.

Die wichtigste Qualität, die sich Innovatoren aneignen müssen, ist dabei das assoziative Denken: die Fähigkeit, zusammenhanglose Fakten und Beobachtungen miteinander zu kombinieren und so spielerisch zu neuen Ideen und ungewöhnlichen Lösungen zu kommen. Im besten Fall zeigt sich ein „Medici-Effekt“: Er löst eine Explosion neuer, überraschender Hypothesen und Herangehensweisen aus, wie sie Florenz unter dem Einfluss der italienischen Familiendynastie der Medici erlebt hat, die Künstler, Wissenschaftler, Poeten, Philosophen und Architekten aus aller Welt in der Stadt versammelten. Deren Leistungen waren nicht nur für sich genommen beeindruckend. Sie schufen vielmehr eine enorme Anregungsdichte gerade an den Schnittstellen der verschiedenen Disziplinen, die die Kreativität befeuerte und einen selbstverstärkenden Prozess immer neuer Ideen in Gang setzte. Diesen Medici-Effekt auch für Unternehmen zu nutzen ist ein Ziel von Gregersen.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass assoziatives Denken zu Innovationen führt, ist die richtige Haltung. Innovatoren müssen ihren Mut kultivieren, den Status quo immer wieder infrage zu stellen. Sie müssen das Neue wollen und dafür einen großen Teil ihrer Kraft und Zeit einsetzen. Laut Gregersens Forschungen wenden innovative Unternehmer beispielsweise rund 50 Prozent mehr ihrer Zeit dafür auf, Anregungen zu sammeln, als ihre eher verwaltenden Kollegen. Die konzentrieren sich darauf, bilanzielle Resultate zu erzielen, ohne das Bestehende zu hinterfragen und zu verändern.

Die erfolgreichen Erfinder und Entdecker zeichnen sich dadurch aus, dass sie bereit sind, smarte Risiken einzugehen. Das heißt, sie sind sich bewusst, dass nicht jede gute Idee zu einem erfolgreichen Geschäft wird. Daher streuen sie ihren Aufwand und verfolgen die Umsetzung ihrer Ideen mit einer geradezu stoischen Geduld.

Wie das Konzept gelingt?
»Lesen Sie den gesamten Beitrag hier kostenfrei als PDF

Zum Autor

Prof. Dr. Torsten Oltmanns ist Partner bei der Strategieberatung Roland Berger. Er ist Leiter des globalen Geschäftsfelds „Executive Communications“ und Chairman des Global Marketing. Zudem ist er Professor für Volkswirtschaftslehre und angewandte Wirtschaftspolitik an der Quadriga Hochschule in Berlin und Honorarprofessor an der Universität Innsbruck.


Top