Kategorien

Vorsicht Veränderungskollaps!


Wenn es zu viel wird mit dem Change... | ©rido/fotolia.com

Das Veränderungstempo in den Unternehmen nimmt seit Jahren zu. Das bedeutet immer mehr Anpassungsdruck. Doch wie viel Change halten Menschen eigentlich aus? Und woran erkennt eine Führungskraft, dass Veränderungen die Mitarbeiter überfordern? Das Modell der Veränderungsbalance hilft dabei, Mitarbeiter bei einer zeitlich ambitionierten Transformation zu motivieren und ihre Leistungsfähigkeit zu erhalten.

 

Oft trügt der Schein

Vielen Führungskräften geht es so: Das operative Geschäft fordert sie stark und die Zeit ist knapp. Sie erwarten von ihren Mitarbeitern, dass diese die notwendigen Veränderungen im Unternehmen engagiert und verständnisvoll mittragen und bereitwillig neue Anforderungen erfüllen. Sie sind froh, wenn augenscheinlich alles funktioniert.

Doch Vorsicht! Viele Mitarbeiter leiden still vor sich hin. Sie schweigen und beißen die Zähne zusammen. Sie glauben, funktionieren zu müssen, und haben Angst, Schwäche zu zeigen. Sie wollen nicht als „Querulant“, „Jammerlappen“ oder auch „Change-Bremse“ dastehen – denn sie fürchten um ihren Arbeitsplatz. Wie es Betroffenen wirklich gehen kann, zeigen zwei Stimmen:

  • „Ich bin morgens zeitweilig nicht aus dem Bett gekommen. Da war so eine richtige Demotivation. Ich bin dann zwar hin und habe meine Arbeit gemacht. Aber es ging mir überhaupt nicht leicht von der Hand. Früher bin ich gerne zur Arbeit gegangen. Aber jetzt konnte ich machen, was ich wollte, die neue Arbeit lag mir einfach nicht.“
  • „Mit den ganzen Umstellungen kam es bei mir so weit, dass ich in meiner Arbeit zusammengebrochen bin. Ich bin in Tränen ausgebrochen. Ich konnte nicht mehr. Ich hatte ganz schlimme Kopfschmerzen, weil das für meinen Körper zu viel war. Es war eine extreme Überbelastung.“

Bekommen Führungskräfte wirklich mit, wenn ihre Mitarbeiter bereits auf dem Weg ans Change-Limit sind? Sei es, weil ihnen zu viele Änderungen in zu kurzer Zeit abverlangt werden oder weil sie neue Aufgaben und Anforderungen meistern müssen, die ihnen nicht liegen. Das Schlimme ist: Besonders oft trifft es gerade die Mitarbeiter, die offen, flexibel und zur Veränderung bereit sind.

»Hier finden Sie den Original-Beitrag.

Zum Autor

Prof. Dr. Axel Koch ist Professor für Training und Coaching an der Hochschule für angewandtes Management in Ismaning. Sein aktuelles Buch: „Change mich am Arsch: Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter und sich selbst kaputtverändern“ (2018).


Top