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Restrukturierung: Die bessere Zukunft vor Augen

Adel_Al-Saleh
Adel Al-Saleh,Vorstand der Deutschen Telekom und CEO von T-Systems

Dieses Interview wurde vor der aktuellen Corona-Situation durchgeführt. Es finden sich darin jedoch wertvolle Erfahrungen, wie Führung in Krisensituationen wirksam gestaltet werden kann. Denn als Adel Al-Saleh 2018 als CEO zu T-Systems kam, galt das Unternehmen als das Sorgenkind der Deutschen Telekom. Nach einigen Umstrukturierungen und harten Entscheidungen ging es zuletzt wieder aufwärts. Im Interview spricht der US-Amerikaner mit Wohnsitz in London über die Gründe für die Restrukturierung, sein Verständnis eines Change Leaders und seine Begeisterung, den kulturellen Wandel mit den Mitarbeitern gemeinsam voranzutreiben.


Adel, in den Medien konnte man bis vor Kurzem, wenn es um T-Systems geht, öfters mal vom „Problemkind der Deutschen Telekom“ lesen. Mögen Sie diesen Begriff?

← (lacht) Nein, ich hasse diesen Begriff. Aber ich verstehe, warum uns andere so betitelt haben. Mittlerweile sind wir es jedoch nicht mehr, die aktuellen Zahlen zeigen das. Wir sind mit der momentanen Entwicklung zufrieden, auch wenn wir natürlich noch einen weiten Weg zu gehen haben. Unser Ziel ist und bleibt, ein profitabler und wachsender Konzernbereich der Deutschen Telekom zu sein. Die Medien müssen bald ein neues Attribut für T-Systems finden. Ich schlage vor: vom Problemkind zum Deutschen Champion für digitale Services.

Sie sind 2018 zu T-Systems als Experte für Restrukturierung gekommen. Was denken Sie, was die Kernkompetenzen eines Sanierers sind?

← In der Tat wurde ich damals mit meinem Eintritt bei T-Systems so bezeichnet. Allerdings hat mich davor niemand einen Restrukturierungs-Spezialisten genannt. Der Grund, warum ich zur T-Systems geholt wurde, waren meine Erfahrungen mit der Führung und der Veränderung von komplexen Organisationen.

Was meiner Meinung nach die Kernkompetenz eines Change Leaders ist, ist die Fähigkeit, eine Strategie zu entwickeln, einen Plan für die Umsetzung zu haben, dafür Unterstützung zu organisieren und die Strategie schließlich auch wirklich umzusetzen –ohne sich beirren zu lassen. Dazu gehören Entscheidungen, die schnell getroffen werden müssen und die unangenehm sein können.

Natürlich müssen Strategien immer wieder auch angepasst werden. Wichtig ist aber, fokussiert zu bleiben, um sicherzustellen, dass die Organisation sich kontinuierlich zum Besseren wandelt.

T-Systems hat schwierige Zeiten hinter sich, es gab Entlassungen und immer wieder negative Berichte in den Medien. Wie schafft man es vor diesem Hintergrund, dass Mitarbeiter und Führung weiterhin mit positiver Energie für das Unternehmen arbeiten?

← Das ist ein wichtiger Punkt. Sehen Sie, wir hatten bei T-Systems ein paar Herausforderungen: die Entscheidungswege waren zu lang, die Kosten zu hoch. Wir mussten einige unangenehme Entscheidungen treffen. Es gab dazu keine Alternativen.

Trotz schwieriger Zeiten ist es aber wichtig, dass die eigenen Leute auf der langen Reise motiviert bleiben, und das schafft man, indem man ihnen überzeugend deutlich macht, dass diese Entscheidungen zu etwas wirklich Gutem führen. Dass man den Menschen zeigt, wie die bessere Zukunft aussieht, dass man aufzeigt, wie sie als Mitarbeiter wachsen und sich entwickeln können. Es geht darum, ein positives Zukunftsbild zu zeichnen, das begeistert. Wenn Mitarbeiter aber nicht die langfristige Strategie verstehen und nicht verstehen, warum diese Entscheidung notwendig ist, dann wird es keinen Erfolg geben.


Wie die Maßnahmen in der Restrukturierung kommuniziert wurden und welche Herausforderungen nach der schwierigen Zeit bei T-Systems bestehen, lesen Sie kostenfrei im gesamten Beitrag.
Dieses Interview ist in der changement 03/2020 erschienen. Weitere Informationen zur Ausgabe finden sie hier

Zum Interviewpartner 
Adel Al-Saleh ist seit Januar 2018 im Vorstand der Deutschen Telekom verantwortlich für die Großkundensparte des Konzerns und Chief Executive Officer (CEO) von T-Systems. Davor übernahm er im Dezember 2011 bei Northgate die Position des CEO für die Northgate Information Solutions (NIS) Gruppe.


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