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Digitale Transformation: 4 Thesen und Handlungsempfehlungen


Klar ist: durch die Digitalisierung ändern sich nicht nur Strategiekonzepte und Geschäftsmodelle, sondern auch Prozesse, Systeme und Strukturen in Organisationen – und damit die Arbeit an sich. Weniger klar ist, was Digitale Transformation genau meint. Im Artikel werden vier Thesen formuliert und mit Beispielen illustriert. Daraus lassen sich sechs Handlungsfelder für das Management der digitalen Transformation ableiten.

These 1: Es geht nicht um Dienste statt Dinge, sondern um Dinge UND Dienste

Der Trend weg von Produkten und hin zu Dienstleistungen lässt sich am besten bei BMW, Daimler und Co. erkennen, die alle vom Automobilhersteller zum Anbieter von Mobilitätsdienstleistungen werden wollen. Dennoch stehen weiterhin sowohl das fahrende Ding als auch mehrwertstiftende Dienste im Mittelpunkt. Beispielsweise verkauft BMW die 1999 als „BMW Assist“ eingeführten Dienstleistungen mittlerweile unter dem Namen „ConnectedDrive“. Zudem gibt es den Car-Sharing-Dienst „DriveNow“ und „ParkNow“ für die Parkplatzsuche. Ganz neu ist das System „Remote 3D View“: Es wird eine 360-Grad-Echtzeit-Ansicht des eigenen Autos auf dem Smartphone erzeugt, so dass man einfacher einparken und herausfinden kann, wo der Wagen steht. Das ist nicht nur für vergessliche Parker hilfreich, sondern ermöglicht auch die Lokalisierung gestohlener Autos. Weil es Dinge und Dienste zusammen braucht, versuchen sich auch die Software-Giganten aus
dem Silicon Valley am Bau von Autos. Allerdings wurde Ende 2016 bekannt, dass Apple und Google ihre eigenständigen Projekte einstellen und nun mit etablieren Herstellern zusammenarbeiten wollen. Der zu managende Wandel beinhaltet also die Kannibalisierung des angestammten Geschäfts und das Eingehen von Kooperationen. Ersteres braucht Mut, letzteres Vertrauen.

These 2: Wettbewerbsvorteile entstehen eher über die Kontrolle von Kunden- als Produktionsdaten

Mit der steigenden Relevanz von Services wird es wichtiger, die Kundenbeziehung zu beherrschen – und nicht mehr nur die Supply Chain und den Produktionsprozess. Dienstleistungen verursachen kaum oder sogar keine Lager-, Transport- und Distributionskosten, weshalb es firmenintern nicht mehr um das Management von Working Capital geht, sondern in erster Linie um Kundendaten und deren Monetarisierung. Dienstleistungen auf Basis dieser Daten sind insbesondere bei plattformbasierten Geschäftsmodellen von Netzwerkeffekten und sogenannten lockins geprägt: Je mehr mitmachen, desto größer der Nutzen für alle – und desto höher die Wechselkosten.
Facebook, Ebay und Amazons Marketplace sind Beispiele dafür. » weiterlesen…


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